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IN EXTREMIS – HEIMRECHT GESICHERT

Alles beginnt bei Null – Am Sonntag starten die Playoffs! Gestern haben sich die Powermäuse gegen das Schlusslicht Ticino Rockets tatsächlich noch das Heimrecht erspielt. Ab Sonntag geht es gegen Thurgau in die erste Runde der Playoffs.

Olten war gegen die Tessiner von Anfang an bemüht, die Scheibe im gegnerischen Tor unter zu bringen. Nebst mehr Torschüssen, waren die Einheimischen aber ineffizient. Es dauerte bis zur 36. Minute, bis die Oltner, durch Hirt, mit 1 zu 0 in Führung gingen. Das zweite Drittel endete mit einer Miniführung der Powermäuse. Es schien so, als wolle das einheimische Team diese Miniführung über die Runden bringen. Der Minimalismus, welche die Oltner Spieler an den Tag legten, wurde in der 47. Minute bestraft. Juri traf für die Tessinner zum 1 zu 1 Ausgleich. Verspielt der EHC Olten gegen das Schlusslicht wirklich noch das Heimrecht, welches als “Geschenk” bereits bereit gelegen ist. Innert 18 Sekunden war es Ihnacak, welche die Oltner Gemüter in der 53. Minute beruhigte. Nach 52 Minuten 03 und 52 Minuten 21 schob er den Puck zwei Mal in das gegnerische Tor. Olten gewinnt mit 3 zu 1 und sichert sich das Heimrecht gegen den HC Thurgau.

Olten – Ticino Rockets 3:1 (0:0, 1:0, 2:1)

2891 Zuschauer. – SR Potocan/Ströbel, Duarte/Rebetez. – Tore: 36. Hirt (Muller, Mäder) 1:0; 47. Juri (Spinedi, Hrabec) 1:1; 53. (52:03) Ihnacak (Zanatta) 2:1; 53. (52:21) Ihnacak (Rouiller) 3:1. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Olten, 6mal 2 Minuten gegen die Ticino Rockets.

AUS AC WIRD HC

Seit gestern, Sonntag, sind auf der Website des EHC Olten folgende Zeilen zu lesen: “Der Verwaltungsrat der EHC Olten AG ist nach dem punkt- und torlosen Wochenende – beide Spiele gingen 0:2 verloren – zum Schluss gekommen, dass mit Headcoach Bengt-Åke Gustafsson die Clubziele diese Saison nicht mehr zu erreichen sind. Seit dem Entscheid vor knapp zwei Wochen, dem Trainerteam das Vertrauen auszusprechen, hat die Mannschaft leider nicht die gewünschte Entwicklung durchlaufen. Stattdessen verschärfte sich die sportliche Krise, die seit Anfang Jahr das Team erfasst hatte, weiter. Die letzten Leistungen und das Auftreten der Spieler brachten zum Ausdruck, dass der Schwede den Draht zum Team verloren hatte. Gustafsson wird per sofort freigestellt; an seiner Stelle übernimmt bis Ende Saison der bisherige Assistent Chris Bartolone die Verantwortung für die 1. Mannschaft. Der 48-jährige Italoamerikaner hat sich in den letzten zwei Jahren in Olten einen guten Ruf als akribischer Trainer erarbeitet und geniesst den vollen Respekt von Team und Clubleitung. Er kennt Spieler sowie Liga und ist bestrebt und motiviert, das Team mit der nötigen Konsequenz zurück in die Spur zu bringen. Assistiert wird er fortan vom langjährigen EHCO-Spieler und aktuellen Goalietrainer Michael Tobler. Der EHC Olten möchte es nicht unterlassen, Bengt-Åke Gustafsson für die gemeinsame Zeit zu danken und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.”

Die am Wochenende gespielte Doppelrunde ging in mehrfacher Hinsicht verloren. Der EHC Olten hat nicht nur seine beiden Spiele gegen den HC Ajoie und die GCK Lions verloren, sondern auch ihren Headcoach. Bengt-Åke Gustafsson ist per sofort freigestellt. Für ihn übernimmt wie oben beschrieben, der bisherige Assistent, Chris Bartolone.

Zum Spiel: Umständlich von A bis Z.

Die einzige Erkenntnis, vom frühen Samstagabend war, die umständliche Spielweise der sogenannten Powermäuse. Viele Pässe kamen nur im Nachfassen an. Die richtige Adresse und einige Abschlussversuche der Oltner Verteidiger, landeten gefährlich bei einem gegnerischem Stürmer. Auch das Powerplay in der sechsten Minute des Startdrittels, in doppelter Überzahl, brachte den Platzherren  nicht’s Zählbares. Die Glücklicheren waren dann die Löwen, die überraschend, mit einem Weitschuss, durch Miranda, 0 zu 1 in Führung gingen. Fazit zum ersten Drittel “beidseitig ausgeglichen schlecht”.

Im Mitteldrittel konnten die Gäste das Torschussverhältnis vom Startdrittel, von elf zu elf auf 20 zu 23 ausbauen. Trotzdem hatten die Oltner gegen Ende dieses Drittels die besten Momente. Zu allem Übel wurde den Oltnern, in der 36. Minute, noch der verdiente Ausgleich zum 1 zu 1 aberkannt, was für den weiteren Spielverlauf vorentscheidend war.

Das direkte Spiel aus der Verteidigung brachte GC auch mehr Möglichkeiten, das heisst, diese steigerten das Torschussverhältnis im Schlussdrittel zu ihren Gunsten um volle sieben Punkte. Die umstrittene Strafe gegen Evgeni Chiriaev, für übertriebene Härte, ermöglichte den Gästen dann aber in der 50. Minute, durch Lazarevs Weitschuss, die doppelte Führung, nach Videobeweis, zum 0 zu 2 Schlussresultat.

Als Bestplayer wurden beidseitig die Torhüter, Simon Rytz und Niklas Schlegel, ausgezeichnet.

Olten – GCK Lions 0:2 (0:1, 0:0, 0:1)

2462 Zuschauer. – SR Weber/Gremion (SUI/FRA), Barcelo/Pitton (FRA/SUI). – Tore: 14. Miranda (Hayes) 0:1; 50. Lazarevs (Geiger, Büsser/Ausschluss Schirjajew) 0:2. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Olten, 7-mal 2 Minuten gegen GCK Lions.

EIN GEMISCHTES BILD

Ganz überzeugen konnten sie nicht – haben schlussendlich aber im Penaltyschiessen gewonnen. Die Powermäuse scheinen die Konstante noch nicht gefunden zu haben. Aufgeben kam aber nicht in Frage. Somit können in Olten, zwei weitere, wichtige Punkte verbucht werden.

Bereits zwei Tage nach der knappen Niederlage, gegen die Lakers aus Rapperswil, stand für die Oltner das nächste Spiel auf dem Programm. Dieses Mal waren die Bienen aus La Chaux-de-Fonds zu Gast. Sofort, nach dem Puckeinwurf, spielten die Einheimischen nach vorne. Die Neuenburger reisten aber nicht kampflos an. So war von Beginn an Power in der Partie. Nach drei Minuten und 36 Sekunden konnten die Einheimischen das erste Mal jubeln. Brian Ihnacak, traf auf Zuspiel von Haas und Muller, zum 1 zu 0.

In den letzten beiden Partien hat dieselbe Sturmlinie, sechs Tore erzielt – Der Beweis, dass die Neuzüge Ihnacak und Haas keine Fehlbesetzungen sind. Die Partie gegen die Neuenburger war in mehrfacher Hinsicht delikat: Chaux-de-Fonds war vor der Partie in der Tabelle nur sieben Punkte hinter Olten und konnte den Powermäusen mit einem Sieg gefährlich nahe kommen. Sieben, der letzten neun Partien, haben die Neuenburger für sich entschieden.

In den ersten zehn Spielminuten hatten beide Teams eine 2-Minuten-Strafe zu verbüssen. Die Powerplays konnten die Mannschaften jedoch nicht zu ihren Gunsten nutzen. Bis zur 18 Minute waren Chancen auf beiden Seiten zu verzeichnen. Die Torwarte machten ihren Job aber gut und konnten von den Gegenspielern nicht bezwungen werden. In der 19 Minute musste sich die Nummer 36 von Chaux-de-Fonds, David Stämpfli, für zwei plus zwei Minuten (Stockschlag) auf die Strafbank begeben. Doch bis zur ersten Pause vermochten die Oltner auch diese Überzahl nicht ausnutzen.

Nach der Pause hatten die Oltner noch zwei Minuten und 41 Sekunden die Möglichkeit, sich im Powerplay zu beweisen. Die knapp drei Minuten verstrichen aber ohne nennenswerte Aktion und so stand es noch immer, 1 zu 0. 14 Minuten und 10 Sekunden waren im Mitteldrittel gespielt, als die Nummer 63 der Gäste, Dan Weisskopf, Torhüter Rytz, unglücklich aus der Distanz erwischte. Neuer Spielstand: 1 zu 1. Wie schon im ersten Drittel, war danach nicht mehr all zu viel los. Den Zuschauern ist es aber wohl nicht entgangen, dass Rytz’ Dienste, das eine oder andere Mal von Nöten waren. Ein paar Minuten vor der zweiten Pause konnte man meinen, die Oltner seien wieder am Drücken. Doch als gerade noch zehn Sekunden zu spielen waren, musste Rytz wieder hinter sich greifen. Dominic Forget erzielte das 1 zu 2.

Auch im dritten Drittel feuerte die Südkurve die Oltner lautstark an. Mit 3011 Besuchern hatte es weniger Zuschauer, als noch gegen Langenthal und Rapperswil. Dies ist sicher auch dem Umstand eines Dienstagspiels zuzuschreiben. Auf dem Eis nichts neues – ein Hin und Her – was die Partie ziemlich offen lies. Nach zwei Minuten und 38 Sekunden im Schlussdrittel, musste wieder ein Neuenburger auf der Strafbank Platz nehmen. Die Nummer 19, Patrick Zubler, hatte eine Strafe wegen Hakens zu verbüssen. Dies wäre für die Einheimischen eigentlich die Gelegenheit gewesen, die Partie wieder auszugleichen. Doch auch nach gut 45 gespielten Minuten, stand es immer noch 1 zu 2.

Immer wieder hatten beide Teams gute Chancen, um ein Tor zu erzielen. Langweilig war es nicht. Noch vier Minuten un sechs Sekunden waren zu spielen, als die Oltner sich noch einmal in Überzahl versuchen konnten. Die Nummer 71 von La Chaux-de-Fonds, Vincenzo Küng, hat den Puck aus dem Spielfeld befördert. Und siehe da: In der 58. Minute war das Powerplay erfolgreich. Jay Mc Clement trifft auf Pass von Muller und Haas zum 2 zu 2 Ausgleich. Und gleich noch einmal: Ein Neuenburger auf die Bank. Dieses Mal traf es die Nummer 36, David Stämpfli, wiederum wegen Puck aus dem Spielfeld. Noch im Powerplay von Olten entwischte die Nummer 23 von Chaux-de-Fonds, Daniel Carbis, und wurde von Jay Mc Clement von den Beinen geholt – Penalty! Carbis mochte Rytz aber nicht überlisten. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit war es der Oltner, Devin Muller, welcher mit einem satten Schuss fast für die Entscheidung gesorgt hätte. Aber auch der Neuenburger Torwart, Tim Wolf, lies sich nicht bezwingen. Somit kam es zur Verlängerung.

Auch in der Verlängerung – ein Hin und Her beider Seiten. Dann, kurz vor Schluss, genau eine Minute und 06 Sekunden vor dem Penaltyschiessen, musste Arnaud Jaquet, die Nummer 58 von Chaux-de-Fonds, wegen Beinstellen auf die Strafbank. Bengt-Åke Gustafsson nahm sogleich ein Time-Out. Die Spieler konnten den Spielplan aber nicht wie gewünscht umsetzen, so dass es zum Penaltyschiessen kam.

Penaltyschiessen

Oltens Topscorer, Martin Ulmer, eröffnete das Penaltyschiessen – Er traf. Auch bei La Chaux-de-Fonds begann der Topscorer – Dominic Forget traf ebenfalls. Ihnacak, der zweite Schütze Oltens, vergab. Als Zweiter für La Chaux-de-Fonds, nahm Sterchi Anlauf. Auch er vergab – weit neben das Tor. Muller, als nächstes für die Oltner – Wolf hält. Burkhalter für die Neuenburger: Er verzögerte. Rytz lässt sich nicht beirren und hält. Chiriaev für Olten – Tor. Als weiterer Schütze für La Chaux-de-Fonds: Schwarzenbach. Trotz Pfeiffkonzert behielt er die Nerven und bezwang Torhüter Rytz. Mc Clement, der Nächste – Tor! Jetzt noch die Neuenburger.  McPherson, die Nummer 93 – Kein Tor! Somit geht der Sieg im Penaltyschiessen an den EHC Olten.

Der Mini-Sieg brachte die Oltner, dem ersten Saisonziel, einen kleinen Schritt näher – nämlich dem Heimrecht in den Playoff-Viertelfinals. Die volle Punktzahl wurde nicht eingefahren – Ein Sieg ist aber ein Sieg.

Olten – La Chaux-de-Fonds 3:2 (1:0, 0:2, 1:0; 0:0) n.P.
Kleinholz. – 3011 Zuschauer. – SR: Staudenmann / Weber (Dreyfus / Wermeille). – Tore: 4. Ihnacak (Haas, Muller) 1:0; 26. Weisskopf 1:1; 40. Forget (Weisskopf) 1:2; 58. Mc Clement (Ihnacak, Haas) 2:2. – Penaltyschiessen: Ulmer 1:0; Forget 1:1; Ihnacak -; Sterchi -; Muller -; Burkhalter -; Chiriaev 2:1; Schwarzenbach 2:2; Mc Clement 3:2; McPherson -. Strafen: 1-mal 2  Minuten gegen Olten. 7-mal 2 Minuten gegen La Chaux-de-Fonds.